Johannes Regnery gewinnt "Die Gute Form 2017 Rheinland-Pfalz"

30.11.2017. Mit seinem Sideboard in Risseiche gewinnt Johannes Regnery aus Feusdorf den Wettbewerb „Die Gute Form – Tischler gestalten ihr Gesellenstück“ auf rheinland-pfälzischer Landesebene. Für den Wettbewerb übernahm der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering die Schirmherrschaft. Ende November fand die Siegerehrung im Autohaus Hess in Trier statt.

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Die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Siegerehrung im Autohaus Hess (Bild: Schreinerrheinland-pfalz). 

Der jährlich durchgeführte Wettbewerb „Die Gute Form“ verfolgt das Ziel, den Stellenwert der Gestaltung im Schreinerhandwerk in den Blick zu nehmen. Junge Schreiner/innen sollen durch den Wettbewerb motiviert werden, sich mit guter Gestaltung und Formen auseinanderzusetzen.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Johannes Niestrath (dds – das magazin für möbel und ausbau), Frank Sprenger (Handwerkskammer Koblenz) und Prof. Brigitte Steffen (Hochschule Reutlingen, Leitung Studienschwerpunkt Textildesign/Material & Surface Design) zusammen.

Für den ersten Platz konnte Johannes Regnery (Ausbildungsbetrieb Bau- und Möbelschreinerei Udo Görres, Stadtkyll) die Jury mit seinem Sideboard in Risseiche überzeugen. Sein Stück setzt sich aus einem Korpus als Endlosband zusammen, der auf Füßen aufgestellt ist. Regnery zeigt damit eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema Formverleimung. Bei seinem Stück überzeugt die roh anmutende Oberfläche als Kontrapunkt zum homogenen Glas und birgt eine gelungene Farbabstimmung. Die hohe handwerkliche Kompetenz findet sich auch im fein dimensionierten Schubkasten wieder, der durch indirekte Beleuchtung geschickt in Szene gesetzt wird. Für den ersten Platz erhält Regnery 500 Euro.

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Mit seinem Sideboard belegte Johannes Regnery den ersten Platz (Foto: Schreinerrheinland-pfalz). 

Platz zwei belegt Maximilian Willems aus Trier (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Adams GmbH, Trier) mit seinem wandhängenden Sideboard. Bei seinem Stück spielt die Materialästhetik des Holzes eine besondere Rolle, die im Möbel vielschichtig reflektiert und aufgefächert wird. Das eingesetzt Hirnholzfurnier auf der Stirnseite und in den Zwischenwänden, sowie das durchleuchtete Furnier unter der transluzenten Glasklappe erzeugt beim Betrachter eine polarisierende Anziehungskraft. Der zweite Platz ist mit 350 Euro Preisgeld dotiert.

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Platz zwei ging an Maximilian Willems, den er für sein wandhängendes Sideboard erhielt (Foto: Schreinerrheinland-pfalz). 

Der dritte Platz geht an Hannes Weißenmayer aus Schifferstadt (Ausbildungsbetrieb Schreinerfarm GmbH, Frankenthal). Sein Couchtisch in Stahl, Rüster und lackiertem MDF zeigt einen Zusammenklang des leichten Untergestells aus Vierkantstahl, auf dem ein asymmetrischer Korpus mit feiner Gliederung und perfekten Proportionen aufgesetzt ist. Das Stück wurde bis in den Beschlag und die Grifflösung konsequent gestaltet und ist damit ein zurückhaltendes, aber dennoch präsentes Gesellenstück. Für seinen dritten Platz erhält Weißenmayer 200 Euro.

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Für seinen Couchtisch erhielt Hannes Weißenmayer den dritten Platz (Foto: Schreinerrheinland-pfalz). 

Tim Neunheuser aus Bad Breisig (Ausbildungsbetrieb Holzwerk Judith Cramer, Grafschaft) erhielt für seinen offenen Kleiderschrank aus Stahl, Rotulme und MDF eine Belobigung. Das Stück zeigt eine Mischform aus Garderobe und Kleiderschrank und ist eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem Möbeltypus Schrank, sowie der Organisation der Kleiderablage.

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Für seine ungewöhnliche Art der Kleiderorganisation in seinem offenen Kleiderschrank erhielt Tim Neunheuser eine Belobigung (Foto: Schreinerrheinland-pfalz). 

Eine weitere Belobigung sprach die Jury Ihmke Höhn aus Lörzweiler (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Mainzer, Bodenheim) für ihren Schreibtisch mit Rollkorpus aus. Gegliedert in massive Kufen und eine aufgesetzte Platte mit einem Stahlrahmen und eine dünne Linoleumauflage verbindet sich der Schreibtisch mit dem C-förmigen, rollbaren Container zu einem Ensemble. Die Kombination aus Kirschholz und anthrazitfarbenen Werkstoffen verbirgt den in der Funktion begründeten Materialmix. Beide Belobigungen erhalten 50 Euro.

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Ihmke Höhn erhielt für ihren Schreibtisch mit Rollkorpus ebenfalls eine Belobigung (Foto: Schreinerrheinland-pfalz). 

Die drei Erstplatzierten erhielten von Hermann Hubing, Schulleiter der Holzfachschule Bad Wildungen und Geschäftsführer von Schreinerrheinland-pfalz, je einen Bildungsgutschein für die Angebote der Holzfachschule überreicht.

In seinem Grußwort sprach Landtagspräsident Hendrik Hering den Gesellen seine Anerkennung aus und wies auf das hohe Niveau der Schreinergesell/innen hin. „Jeder Teilnehmer hat Herausragendes geleistet. Sie haben die Fähigkeit traditionelle Handwerkskunst mit dem Modernen zu verbinden“, so Hering.
Oberbürgermeister Wolfram Leibe beglückwünschte die Teilnehmenden ebenfalls. „Das Schöne im Handwerk ist, es geht nicht nur um Theorie, sondern man sieht, wie die Leistung hinterher aussieht“.

Landesinnungsmeister Stefan Zock würdigte die Stücke, die sich alle mit dem Thema der zeitgemäßen Gestaltung auseinandersetzen. „Mit Ihren Stücken haben Sie jeweils ganz eigene, individuelle und kreative Antworten gegeben“, so Zock.
Insgesamt 12 Teilnehmende stellten sich mit ihren Gesellenstücken dem Urteil der Jury. Die Stücke sind noch bis zum 10.12.17 im Autohaus Hess in Trier zu sehen.