Dialog zwischen Handwerk und Politik

Gelungener Austausch zwischen Handwerk und Politik beim traditionellen Frühjahrsempfang von Schreinerrheinland-pfalz in Bodenheim

Bodenheim/Koblenz. Ein gutes letztes Jahr liegt zurück, mit vollen Auftragsbüchern und hoher Beschäftigungslage. Doch wie können leistungsbereite und fähige Mitarbeiter und Auszubildende für die Betriebe gewonnen werden? Darüber tauschten sich die Schreiner auf dem Frühjahrsempfang des Landesinnungsverbandes Schreinerrheinland-pfalz mit Vertretern und Vertreterinnen aus der Politik in Bodenheim aus. 

Frhjahrsempfang kleinZum traditionellen Frühjahrsempfang von Schreinerrheinland-pfalz, dem Landesinnungsverband des rheinland-pfälzischen Schreinerhandwerks, begrüßte Landesinnungsmeister Stefan Zock in der Schreinerei Mainzer in Bodenheim rund 60 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Handwerk. Es sei ein guter Brauch, den Frühjahrsempfang in einem zukunftsorientieren Handwerksbetrieb durchzuführen und die Gelegenheit für den Austausch zwischen Handwerk und Politik zu nutzen.

v.l.n.r.: Reinhard Nau, LIM Hessen, Dorothea Schäfer, Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Mainz-Bingen und Landtagsabgeordnete, Stefan Zock, LIM Rheinland-Pfalz, Hans-Jörg Friese, Präsident der Handwerkskammer Rheinhessen, Dr. Katarina Barley, Generalsekretärin der SPD, Hermann Hubing, Geschäftsführer Schreinerrheinland-Pfalz, Thomas und Katrin Mainzer, Schreinerei Mainzer

In seiner Eingangsrede verwies Zock auf ein gutes letztes Jahr mit vollen Auftragsbüchern und einer hohen Beschäftigungslage. Gleichzeitig ging er auf die Problematik der Nachwuchsgewinnung für die Betriebe ein. So erwähnte er in diesem Zusammenhang die Meisterprämie, von der er hoffe, dass sie „bei mehr Jugendlichen die Attraktivität einer Fortbildung zum Meister hervorhebt und den Sprung in die berufliche Selbständigkeit erleichtert“. Insgesamt seien die rheinland-pfälzischen Schreiner mit den handwerkspolitischen Weichenstellungen der Landesregierung zufrieden. Zock ließ jedoch einige Problemfelder – wie die Akademisierung, die blaue Plakette, die PKW-Maut in grenznahen Gebieten oder das Kommunalabgabegesetz – nicht unerwähnt.

Im Anschluss stellte Thomas Mainzer von der Schreinerei Mainzer den Betrieb vor. Gemeinsam mit seiner Frau Katrin Mainzer leitet er den Betrieb bereits in vierter Generation. Mainzer übernahm das Unternehmen im Jahr 2004 als geschäftsführender Inhaber. Im Jahr 2006 stieg Katrin Mainzer, Architektin, ganz in die Schreinerei ein. Das seit 1898 familiengeführte Unternehmen konnte so seine Geschäftsbereiche noch ausbauen und immer weiter wachsen.

Grußworte sprachen die Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Mainz-Bingen und Landtagsabgeordnete Dorothea Schäfer und der Präsident der Handwerkskammer Rheinhessen Hans-Jörg Friese.

Gste im Gesprch kleinAls Festrednerin und Ehrengast sprach Dr. Katarina Barley, Generalsekretärin der SPD. In ihrem Vortrag über „Wertschätzung des Handwerks – Auftrag für die Politik“ sprach sie dem Handwerk deutliche Anerkennung aus. So leiste das Handwerk einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, der auch weit über die eigene Arbeit hinausginge. Dabei verwies Barley auf die Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk, die jungen Menschen ein Fundament für ihr Leben und die Zukunft geben. Die Ausbildungsverantwortlichkeit des Handwerks werde weit überdurchschnittlich wahrgenommen. So gebe es in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine geringe Jugendarbeitslosigkeit, die mit dem starken Handwerk zu tun habe. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen leiste das Handwerk viel, wie zum Beispiel bei der Inklusion oder der Integration                                      Die Gäste im Gespräch vor der Schreinerei Mainzer von Geflüchteten. Barley sprach dafür Dank und Respekt aus.  

Im Anschluss gab es Gelegenheit für den Dialog zwischen den Vertretern aus Handwerk und Politik. In zwangloser Atmosphäre konnten sich die Gäste bei frühlingshaftem Wetter austauschen und den Betrieb der Schreinerei besichtigen. Musikalisch untermalte das „Trio Nardis“ den Empfang und für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt.